hifi tunes: Leserplatten von Jürgen Klöfkorn

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11 Leserplatten von Jürgen Klöfkorn

Liebe hifi-tunes Redaktion,
hier meine 11er Auswahl von meinen besonderen Analog-Platten.

Mein Lebensweg hat sehr viel mit den gekauften Schallplatten in der jeweiligen Lebensphase zu tun. Schallplatten hatten in den 70er Jahren auch immer etwas mit meinem Lebensgefühl zu tun, waren Ausdruck und Statement. Zuerst nur Compact-Cassetten, dann der erste mühsam zusammengesparte Mister Hit von Telefunken  und die ersten eigenen Schallplatten.
Ich höre noch immer gerne Schallplatten und kaufe auch viele aktuelle neue Veröffentlichungen. Der Musikgeschmack hat sich im Laufe meines Lebens gewandelt, eher Klassik und moderne Jazzmusik,  fragt man mich aber nach den ultimativen 11, die für die einsame Insel so ziehe ich unwillkürlich Scheiben aus meiner Jugend aus dem großen Regal. Platten die mich immer wieder begleitet haben, an die viele Erinnerungen geküpft sind, die persönliche Meilensteine und Initialzündungen bedeuten.

Nummer 1: Deep Purple „In Rock“

Diese Platte hat mich verzaubert und meinen Musikgeschmack nachhaltig geprägt.Voher eher Schlager, T.Rex , Sweet und Slade,  dann kamen Gillan, Glover, Blackmore, Lord und Paice mit Speed King. Child in Time ließ Weltschmerz aufkommen, förderte  bei Tanzfeten den zaghaften Kontakt zum weiblichen Geschlecht und Hard Lovin Man rückte dann alles wieder zurecht. Ritchie Blackmore war mein Idol mit 14.

Nummer 2: Deep Purple „Made in Japan“

Für mich die Live-Rock-Aufnahme schlechthin. Auch im Vergleich mit vielen Live-Einspielungen setzt die Wiedergabequalität Maßstäbe. An dem Druck und der Spielfreude des Openers Highwaystar müssen sich viele Rockbands messen lassen. Deep Purple sind live immer ein Erlebnis bis zum heutigen Tag. Meine letzte alte Freundschaft die bis zum heutigen Tag noch Bestand hat.

Nummer 3: Jethro Tull „Aqualung“

Für mich ist eigentlich jedes Stück auf dieser Platte ein Meilestein.Cross eyed Mary mein heimlicher Favorit. Mann kann über Ian Anderson viel sagen, über die heutige Selbstvermarktung geteilter Meinung sein, aber dieses Frühwerk zeigt sein Talent und Gespür für wunderbare Songs.

Nummer 4: Ralph Towner „Diary“

Ein ganz einschneidender Punkt auf meinem Musik-Weg. Ein Freund gab mir die Platte 1975. Ich hörte neu zu, bekam zaghaften Kontakt mit völlig anderer Musik, suchte weiter beim Label ECM. Ralph Towner hat mich mit seiner Musik bis zum heutigen Tag begleitet und mir damals die Tür zur Welt des modernen Jazz geöffnet. The Silence of a candle ist mein Favorit.

Nummer 5: Joni Mitchell „Hejira“

Joni Mitchells Gesang und Jaco Pastorius Bass begeistern mich gleichermaßen. Durch die Platten von Joni Mitchell fand ich Zugang zu damaligen Mitstreitern wie Wayne Shorter und auch Pat Metheny.Welche Stücke könnte ich hervorheben? Vielleicht Amelia und Refuge of the roads.

Nummer 6: John Abercrombie „Timeless“

Von Ralph Towner zu John Abecrombie war es nicht so weit. Wie oft habe ich das gleichnamige Titelstück gehört. Abercrombie blieb ich bis heute treu, fand zu Jack DeJonnette, Peter Erskine und John Patitucci. Jan Hammer konnte ich aber nur damals ein Stück begleiten.

Nummer 7: Camel „Lady Fantasy“

Ich gebe es ja zu: diese Wahl ist vielleicht schon etwas spezieller. Aber Camel haben in den späten siebziger Jahren mit allen ihren Platten einen großen Platz in meiner Musikauswahl eingenommen. Jetzt im Rückblick wird mir die Bedeutung dieser Musik für mich auch noch klarer. Ich beschäftigte mich mit komplexerer Musik , wurde offen für neues. Die ersten vier Camel Platten höre ich bis zum heutigen Tag und Lady Fantasy am meisten.

Nummer 8 : Glenn Gould „Goldberg Variationen“

Diese Schallplatte ist mein Klassikeinstieg. Plötzlich war da Bach und eine ganz neue Welt für mich . Gefühle wie ich sie bisher nur mit Rockmusik in Verbindung bringen konnte, eine Tiefe die weit über bisher Gefühltes und Gehörtes hinausreichte. Ich habe mich dann später mit Glenn Gould weiter beschäftigt, habe auch gemerkt, daß ganz viel Gould und weniger Bach zu hören ist...aber wenn es so wunderbar interpretiert ist. Ich besitze einige andere alte und moderne Einspielungen der Goldberg Variationen, wie z.B. Hewitt, Schiff und Perahia, aber Glenn Gould ist mein Favorit, mein Schlüssel zu Bach und der klassischen Musik.

Nummer 9: Pat Metheny Group „Travels“

Wie soll man Pat Metheny einordnen? Was für Musik macht er? Ist das Jazz oder Weltmusik? Für mich ist dies schöne Musik, dargeboten auf einer Platte, die mich seit den 80gern immer wieder begleitet und mit Are you going with me einen der Metheny Stücke überhaupt beinhaltet.

Nummer 10: Calexico „Carried to dust“

Keine Jugenderinnerung, sondern eine Neuanschaffung und Neuentdeckung. Mit der neuen LP tauche ich ein in das Calexico Universum, wo es viel zu entdecken gibt. Für jeden der es noch nicht erlebt hat: Calexico sind bei Live-Auftritten wirklich ganz großes Kino und wirklich meine Empfehlung schlechthin.

Nummer 11: Joe Bonamassa „Live from nowhere in particular“

Diese LP habe ich erst ein paar Tage (ist ja auch jetzt erst rausgekommen) aber die muß auf jeden Fall mit auf die einsame Insel). Bonamassa kenne ich erst seit der Plattenbesprechung von Cai Brockmann in der image hifi. Zunächst war ich über Baby-Face Joe etwas erschrocken...aber kann der Mann Gitarre spielen...für mich zum niederknien. Auf dieser Live-Produktion kommt der fette Sound so richtig schön rüber, gespickt mit Zitaten aus alten Tagen der Rockmusik, die er immer wieder kurz einbaut und aufblitzen läßt. Die 3-fach LP ist wertig gemacht, man hat richtig was in der Hand.